With Dona Flor at the Chedi Cigar Library

With Dona Flor at the Chedi Cigar Library

Patrick ColletMarch 19, 2021

Dem vielen Regen den Rücken zu kehren war überfällig. Uns einen gemütlichen Ort zu suchen, wo sich eine Zigarre in edlem Ambiente geniessen lässt, gar nicht so einfach. Die meisten Lounges sind geschlossen. Sam entschliesst sich kurzerhand für einen Tagesausflug nach Andermatt, ins Chedi. Besser hätte der Tapetenwechsel nicht sein können – Balsam für die Seele und Honig fürs Gemüt.

Die Cigar Libary, so nennt sich die Cigar Lounge im Chedi, kommt im edlen Look daher. Die Bücherwand lädt zum Verweilen ein und versetzt uns in ein Gefühl der Zeitlosigkeit - einfach sein und geniessen.

Sam ist mit Marie Gerber, der Aficionada und Chef de Bar vom Chedi, zum Cigar Tasting verabredet. Frauen, die gerne Zigarren rauchen und auch komplexe und aromatische Zigarren geniessen, sind eine Ausnahme, speziell wie das, was sie rauchen.

Im edlen, begehbaren Glas Humidor des Chedi finden sich 660 Zigarren. Echte Raritäten aus Kuba sind hier beinahe eine Selbstverständlichkeit. Sogar zwei Kisten von Alonso Menendez liegen hier. Alonso war einer der berühmtesten Zigarrenhersteller Kubas. Diese absoluten Raritäten wurden vor 1947 im familieneigenen Betrieb hergestellt, bevor die ganze Familie vor der kubanischen Revolution ins Exil flüchtete. Diese Exklusivität hat ihren Preis. Wer sich eine dieser Raritäten gönnen möchte, lässt sich das um CHF 300-400 pro Stück kosten (und das sind noch nicht die teuersten).

Mit Marie entscheiden wir uns für eine jüngere Variante aus dem Hause Alonso Menendez – eine Dona Flor. Marie sucht für sich eine Puro Mata Fina aus und Sam entscheidet sich für eine Seleção. In Anbetracht der Tageszeit entscheiden sich beide im Pairing für einen genüsslichen Kaffee.

Ein gutes Gespräch, eine feine Zigarre - Maria Gerber, als die erfahrene Aficionado und Sam, tief verbunden mit dem brasilianischen Tabak. Sie sprechen über das Chedi. teilen sich ihr Wissen über die Geschichte von Alonso Menendez - Er produzierte vor der kubanischen Revolution im Familienunternehmen die bekannten Zigarren von H. Upmann und Montecristo. Später baute er mit seiner Familie eine neue Manufaktur in Brasilien aufbaute. Mit seinem Sohn Felix setzten sie auf die Qualität des brasilianischen Mata Fina Tabaks. Dieser galt schon dazumal als einer der teuersten Tabake der Welt. Er steuert in vielen Blends sein aussergewöhnliches Aroma bei. Marie meint, dass die Geschichte einer Zigarre ebenso wichtig ist, wie die Zigarre selbst – «sie ist die Seele und damit das Erbe der Zigarre».

Im Chedi hauchen sie ausgesuchten Zigarren einen ganz besonderen Charakter ein – den von erlesenen Tropfen. Die dafür ausgewählten Whiskeys und Rums ruhen in eigens fürs Chedi handgeblasenen Glas-Inkubators.  Über diesen sind die Zigarren in Tubes platziert und werden so mit den feinen Aromen „geimpft“. Im Pairing könnte diese Kombination nicht besser harmonieren. Etwas, das wir uns für unseren nächsten Besuch im Chedi bereits vorgemerkt haben.

Ein toller Tag, der sich bereits viel zu schnell dem Ende entgegen neigt. In Marie haben wir eine Schwester im Geiste gefunden – im Chedi eine Time Capsula, in die wir gerne wieder dem Alltag für ein paar genussvolle Stunden entfliehen, um der „Fine Art of Living“ zu frönen.

We’ll be back – sooner than later!

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